Beifang zeigt schöne, interessante und kuriose, auch nicht nur journalistische und mediale Schätze, die man in der Eile glatt übersehen hätte, würden wir sie hier nicht noch einmal dem Publikum präsentieren.
Ein Freund von mir machte kürzlich einen interessanten Beifang. Im Sommer 2010, als die Erdöl-Plattform die für BP im Einsatz war, explodierte und den Golf von Mexiko übel versaute, hatte dieser Freund der BP angeboten, bei den Räumarbeiten vor Ort mitzuhelfen. Damals wollte BP jedoch keine zusätzlichen Leute, die örtliche Bevölkerung wurde ja zu Spezialisten im Umgang mit dem giftigen Schlamm ernannt.
Nun hat sich BP aber plötzlich an das Angebot meines Bekannten erinnert und ihm einen Brief geschickt. Diesen Brief wollen wir Euch nicht vorenthalten:
(Klicken um den Brief zu vergrössern)
Im Couvert steckte ein Benissimo Los. Das mag nun auf den ersten Blick grosszügig erscheinen, kann aber auch als billige Imagekampagne gewertet werden. Besonders interessant finde ich den Hinweis im letzten Abschnitt: “…freut es Sie vielleicht auch, dass Sie mit ihrem Los gemeinnützige Projekte in den Bereichen Kultur…. unterstützen”.
Diese Kampagne bekommt von uns das Gütesiegel “ölig-schmierig”.
Militärpolizei – “Big Brother is watching you – NO CAMERAS” – 2009
Offsetdruck auf Papier
Das Werk “Big Brother is watching you – NO CAMERAS” der Werkgruppe “Militärpolizei” tarnt sich mit Begriffen (Militärpolizei) und Insignien (Schweizerkreuz) geschickt als Botschaft einer autoritären Macht, vermittelt aber mit der doppeldeutigen Aussage “Big Brother is watching you” ein postmodernes Unbehagen beim Betrachter.
Wer warnt hier vor dem Grossen Bruder und an wen richtet sich die Botschaft? Ist es vielleicht gar keine Warnung, sondern eine Drohung? Und kann die Aufforderung “NO CAMERAS” nicht auch als Kritik an einer Gesellschaft im digitalen Dokumentierwahn gelesen werden. Die Hölle, das sind Andern, mit ihren Handycams und Kompaktkameras. Also Überwachung gegen Kameras? Die Interpretation des Werkes wird dem Betrachter überlassen. Nach den eher schalen Arbeiten “Keine privaten Waffen im Militär” und “be cool – be clean”, beschreitet die Werkgruppe “Militärpolizei” einen angenehm doppelbödigen Weg.
Es gibt einen neuen innovativen Bestattungsservice. Und wer hats erfunden? Die Schweizer natürlich. Neu kann man seine Asche auf Schweizer Gletschern verstreuen lassen. Fehlt nur noch ein Kombi-Angebot zusammen mit Exit. Für die neue Dienstleistung wird auf Youtube Werbung gemacht:
Das Schweizer Minarett Verbot wirft hohe Wellen, auch im Ausland. Auch die erfolgreichste Polit-TV Show der USA, die Daily Show mit Jon Stewart, hat sich des Themas angenommen:
Ihr habt Euch sicher auch schon gefragt, was eigentlich all diese Japanischen Touristen mit ihren Videokameras in Luzern wollen? Filmen die nur immer die Kapellbrücke? Oder den Bahnhof? Nein. Natürlich nicht. Aus den Filmen werden manchmal auch tolle Musikvideos angefertigt. So wie dieses hier:
meteonews des Schweizer Sportfernsehen vom 21. Oktober 2009
Das Schweizer Sportfernsehen SSF versteckt seinen Wettermoderator. Das Gesicht des armen Mannes verbirgt sich etwa drei Viertel der Sendezeit hinter dem Logo des Senders. Er ist zwar keine blonde Wetterfee wie Tamara Sedmak, aber dieses Schicksal hat er sicher nicht verdient.
Dass dem so ist, wussten wir ja schon lange. Dass sich das “News” aber gleich so offenherzig ausplaudert, wie sie es mit Bildern von feschen Madln so halten, überrascht uns nun doch ein bisschen…
Im Zusammenhang mit der Federer-Zwillingsgeburt spürte 20min.ch der Frage nach, ob für ein Bild der Federer-Babies ebensoviel Geld bezahlt würde, wie bei Brangelina und Co, bzw. wie sich die Presse verhält.
Im Artikel wird ein “Schweizer-Insider, Geschäftsführer einer grossen Zürcher Bildagentur” genannt, der der Meinung sei, das verhalte sich bei Federers nicht so. Gegen Ende des Artikels wird nochmal der “Insider” erwähnt: “Dass sich die Schweizer Presse mit ausgefahrenen Teleobjektiven vor der Zürcher Bethanien-Klinik auf die Lauer legt, um einen Blick auf die glückliche Mutter im Kindbett zu erhaschen, ist gemäss dem Insider wenig wahrscheinlich.” Was dann prompt vom Bild neben dem Artikel widerlegt wird…
Montag 13. Juli 2009 im SommerTalk von TeleZüri: Waldmensch Öff Öff und seine Jet-Set Freundin Vera Dillier treffen sich zum Essen. Vera probiert Öff Öff’s Leibspeise “Frittierte Heuschrecken” und Öff Öff schlabbert Vera’s Jet-Set Frass. Es wird über sibirische Plumpsklos, rohe Austern, geschwollene Gesichter und Ameisen geplaudert. Dann ruft Zuschauer Herr Krebs an und stellt die einzig wahre Frage:
Leider hat Moderatorin Patricia Zuber genau diese einzige wichtige Frage nicht verstanden. Schade eigentlich. Herr Krebs hatte sich wohl schon den ganzen Beitrag reingezogen. Falls Du das auch willst, hier gehts zum Archiv von TeleZüri: Sommertalk mit Öff Öff und Vera Dillier
Kürzlich flatterte meiner Frau eine Karte von Readers Digest ins Haus. Offenbar gehört sie zu den Auserwählten, die eine Chance auf den Gewinn von fantastischen 1′100′000 Franken haben. Wow! Das freut uns natürlich schon mal riesig. Laut der Karte stecke Readers Digest bereits eifrig in den Vorbereitungen, um den Gewinn auszuzahlen. Trotz dem ganzen Stress hat sich Ueli Frank, der Leiter des Preisvergabe-Büros, extra die Mühe genommen, meiner Frau schon mal persönlich die passenden Zugverbindungen herauszusuchen. Wow! Soviel Engagement! Soviel Fürsorge! So ökologisch, den Zug zu berücksichtigen! Dabei hat meine Frau doch noch fast gar nicht gewonnen.
Nun will ich mal sehen, wo sie im offenbar immer wahrscheinlicheren Falle ihres Gewinnes hin muss und welchen Zug sie nehmen soll. Schliesslich hat ihr der Ueli Frank doch extra “im SBB Fahrplan… …die günstigste Verbindung” herausgesucht. Ich drehe also die Karte um:
Häh? Ein Netzplan der ganzen Schweiz, von Genf bis St. Gallen, von Chiasso bis Basel? Extra für meine Frau hereusgesucht? Herr Ueli Frank, sind sie sicher, dass sie die richtige Seite aus dem Fahrplan kopiert haben? Wie soll meine Frau jetzt bloss den richtigen Zug erwischen?